Page 86 - ZUCHT Ausgabe 1
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PORTRAIT | ISLANDPFERDE ZUCHT






       in Schleswig-Holstein im Urlaub – Frauke und Stefan konnten   That visit had quite some consequences: after breakfast they broke
       gerade laufen –, da wollte ich mal ein bisschen Pause von Kin-  to me the news that they were leaving their farm for good, moving
       derwagen & Co. haben und bin zu Skanborgs gefahren.      to Andalusia in Spain.
       Dieser kurze Besuch blieb allerdings nicht ohne Folgen, denn
       beim zweiten Frühstück eröffneten sie mir auf einmal: „Wir   That’s definitely not what I had expected. After all, they had around
       geben hier alles auf und gehen nach Andalusien!“         140 Icelandic horses, Andalusians, Friesians, fully-climated stables


        Frauke über ihr heutiges Zuchtziel


        Ganz grundsätzlich geht es uns wohl wie jedem Züchter:
        wer möchte nicht den nächsten Fünfgang-Weltmeister
        züchten, der auch von Anfängern leicht zu reiten ist? Wäh-
        rend das ein schnell dahingesagter Wunsch ist, steckt in
        der Praxis doch eine ganze Menge Arbeit und nicht zuletzt
        auch viel Glück. Gern möchten wir ganz leicht zu reitende
        Pferde züchten – möglichst locker sollen sie sein und mit
        harmonischen, flüssigen Bewegungen.

        Natürlich ist der Tölt ganz wichtig, sowohl im Sport wie
        auch im für uns überaus bedeutenden Freizeitbereich.
        Dieser macht mehr als 80 Prozent unserer Islandpferdereiter
        in Deutschland aus, und ihnen wollen wir natürlich auch
        Pferde anbieten können, die sich leicht ausbilden lassen,
        ebenso leicht das Gelernte beibehalten und die ganz natür-
        lich ein Gefühl für Sicherheit und Balance entwickeln.

        Das ist also einerseits der Schwerpunkt Gebrauchsreiterei,
        dem wir uns und dem sich auch die allermeisten Kollegen
        hauptsächlich widmen, und dann gibt es eben auch die
        anspruchsvollen Pferde für den Wettbewerb in Sport und
        Zucht, worin sich die deutsch gezogenen Pferde der letz-
        ten Jahre auch international wirklich sehen lassen können.
        Viele haben stark investiert, klug selektiert und hart dafür
        gearbeitet, und für diese Arbeit gibt es jetzt den Lohn.

        Wir hier auf dem Kronshof sind also durchaus stark markto-
        rientiert, aber eben auch mit einem hochwertigen Anspruch,
        der für alle Pferde von Haus aus erst einmal gleich ist.


       Da war ich natürlich erstmal platt, denn immerhin hatte die-
       ses Top-Gestüt rund 140 Islandpferde, Andalusier und Friesen,
       Ställe mit Klimaanlage und überhaupt alles, was man sich wün-
       schen konnte. Offenbar hatte aber wohl der Eigentümer des
       umliegenden Landes ganz dramatisch die Pacht erhöhen wol-
       len, und da sich Skanborgs nicht erpressen ließen und da ihnen
       das Klima in Andalusien sowieso besser gefiel, hatten sie sich
       für etwas ganz Neues entschieden.

       Ich für meinen Teil kehrte dann am Abend nicht nur mit gut
       gefülltem Bauch zu meiner Familie zurück, sondern auch mit
       30 neuen Pferden für den Kronshof. Wir hatten recht zügig
       Nägel mit Köpfen gemacht, und ich habe auf Fuglsang damals
       den gesamten Jungpferdebestand inklusive aller Absetzer ge-
       kauft. Einer davon war Andvari, und der ist ja – wie viele wis-
       sen – der Papa von Fraukes großem Tölt- und Viergang-Fuchs
       Tígull vom Kronshof.





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