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THEMA: Testament

Was ist beim Verfassen eines Testaments zu beachten?

70 % aller Deutschen haben kein Testament. Wer Erbstreitigkeiten vermeiden möchte und eigene Vorstellungen darüber hat, wem er was hinterlassen möchte, sollte rechtzeitig und vorausschauend planen.

Jede Person, die volljährig und voll geschäftsfähig ist, kann grundsätzlich ein Testament schreiben. Aber auch minderjährige ab dem vollendeten 16. Lebensjahr können -unter gewissen Einschränkungen- ein Testament verfassen. Sie haben die Möglichkeit, ein sogenanntes öffentliches Testament durch mündliche Erklärung oder Übergabe einer offenen Testamentsschrift bei einem Notar zu erstellen.

Der Erblasser kann nach dem BGB in zwei ordentlichen Formen testieren - entweder in Form des öffentlichen Testaments oder in Form des handschriftlichen Testaments.

Beim öffentlichen Testament erklärt der Erblasser dem Notar seinen letzten Willen oder er übergibt eine Schrift (offen oder verschlossen) mit der Erklärung, dass diese seinen letzten Willen enthalte. Der Notar ist nach § 17 Beurkundungsgesetz verpflichtet, den Erblasser bei der Abfassung des Testaments so umfassend zu beraten, dass sein letzter Wille unmissverständlich und juristisch einwandfrei zum Ausdruck kommt. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Erblasser dem Notar eine verschlossene Schrift übergibt und somit auf die Beratung verzichtet. Der Vorteil des öffentlichen Testaments ist, dass es den Erbschein beim Grundbuchamt und auch bei den Banken ersetzt.

Volljährige Personen können Testamente auch durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung erstellen. Dabei sollten die Zeit und der Ort der Erstellung des Testaments angegeben werden. Anhand der Handschrift soll die Identität des Erblassers nachgeprüft werden. Daher ist es für ein eigenhändiges Testament nicht ausreichend, dass der Erblasser ein maschinenschriftlich erstelltes Dokument unterzeichnet. Die Unterschrift des Erblassers unter dem Testament hat eine sogenannte Abschlussfunktion. Die macht deutlich, dass das Testament an dieser Stelle endet.

Die häufigsten Gründe für die Unwirksamkeit eines Testaments sind:

  • maschinengeschriebene Testamente,
  • undatierte Testamente,
  • ein Testament, welches durch ein Neues ersetzt wurde,
  • Testamente in denen der Erblasser nicht ersichtlich ist,
  • Fehler im Ausdruck des Willens,
  • Unvereinbarkeit mit gesetzlichen Bestimmungen (z.B. fehlende Berücksichtigung des Pflichtteils).

Für Ehepaare besteht die Möglichkeit ein sogenanntes „Berliner Testament“ zu errichten. Das Berliner Testament wird aus dem Aspekt eingesetzt, dass die Kinder des Ehepaares das Vermögen beider Elternteile erst nach dem Tod beider Ehepartner erben sollen. Die Ehepaare setzten sich zunächst gegenseitig zu alleinigen Vollerben oder alleinigen Vorerben ein. Im Fall des Todes eines Ehepartners hat das Berliner Testament für den überlebenden Ehepartner den Vorteil, dass er in der Verfügung über den Nachlass nicht beschränkt ist und somit frei darüber verfügen kann. Im Falle des Todes des zweiten Ehepartners geht das Vermögen beider Elternteile dann als eine vereinigte Vermögensmasse auf die Kinder über.

Wenn ein Ehepaar ein gemeinsames Testament verfassen möchte, muss einer der beiden Ehepartner dieses handschriftlich verfassen, der andere unterschreibt zusätzlich. Um spätere Missverständnisse zu vermeiden, sollte der Ehepartner seine Unterschrift mit Datum und Ort versehen und den Inhalt mit den Worten „Das ist auch mein letzter Wille.“ bestätigen.

Wenn kein Testament vorliegt oder das vorhandene Testament ungültig ist, dann gilt die gesetzliche Erbfolge.